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Covid-19-Antikörpertestung der Mitarbeitenden

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten sich auf eine durchgemachte Covid-19-Infektion testen lassen. Das Ergebnis zeigt: Unsere Hygienemaßnahmen im Krankenhaus und in den Seniorenheimen sind nachweislich erfolgreich!

Dass ein Mensch aktuell an Covid-19 erkrankt ist, lässt sich nur mit einem aufwändigen PCR-Test im Rahmen eines Abstriches nachweisen. Um festzustellen, ob eine Infektion in der Vergangenheit durchgemacht wurde, wurden Antikörperbluttests entwickelt. Anhand dieser Tests kann etwa 14 Tage nach der Infektion zuverlässig nachgewiesen werden, ob sich das Immunsystem bereits erfolgreich mit dem Erreger auseinandergesetzt hat. Mit diesem ELISA-Test finden sich dann IgG-Antikörper gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 im Blut.

Viele Krankenhäuser, auch große Verbünde, haben derartige Laborleistungen bereits seit Jahren „outgesourct“. Nicht jedoch wir. Wir haben weiterhin ein hauseigenes Labor, in dem zehn Medizinisch Technische Assistentinnen tätig sind.

In der Corona-Krise erweist sich die Entscheidung zur Weiterführung der hausinternen Einrichtung als klarer Mehrwert. Während externe Labore aufgrund der Testung auf akute Corona-Infektionen überlastet sind, können wir unsere Ressourcen im hauseigenen Labor weiterhin nutzen.

Schon zu Beginn der Pandemie haben wir einen Corona-Krisenstab gebildet, der das Infektionsgeschehen sowie politische Entscheidungen genau beobachtet und Maßnahmen für unser Krankenhaus und unsere Seniorenheime abgeleitet hat. Diese Gruppe beobachtete auch, dass die Industrie an der Entwicklung von Covid-19-Antikörpertests arbeitete. Im April, als die ersten Antikörpertests für das neuartige Corona-Virus schließlich lieferbar waren, traf diese Gruppe, bestehend aus Geschäftsführung, Ärzten, Pflegedienstleitung und Hygienefachkraft die Entscheidung, Laborausrüstung anzuschaffen, um den neuen ELISA-Test der Mitarbeiterschaft anzubieten.

Ziel war es, all unseren Mitarbeitenden die Möglichkeit zu geben, sich freiwillig auf eine mögliche durchgemachte Infektion untersuchen zu lassen. Dabei wurde mit patientennahen Berufsgruppen mit Kontakt zu Covid-19-Infizierten begonnen.

Im Gegensatz zur Testung auf eine akute Infektion, wird bei einer Antikörpertestung kein Nasen- oder Rachenabstrich genommen. Stattdessen ist eine Blutentnahme die Grundlage. Unsere fleißige Kollegin Katharina Schuller war nun gefragt. Die Medizinische Fachangestellte nimmt normalerweise unseren Patientinnen und Patienten Blut ab. Doch in diesem Fall stand die gesamte Kollegschaft bei ihr Schlange.

Im Anschluss, konnte Petra Nimtz, die Leiterin unseres Labors ihre Arbeit aufnehmen. Während normalerweise Standard-Laborwerte bestimmt werden, wie beispielsweise Leberwerte, widmete sie sich der neuen Testmethode. „Auf ein automatisiertes Gerät hätten wir noch lange warten müssen. Dementsprechend haben wir uns für eine bewährte Methode entschieden, die allerdings mit einiger Handarbeit verbunden ist. Normaler Weise sind alle unsere anderen Testungen automatisiert. Deshalb freue ich mich, mal wieder richtige Laborarbeit auszuführen. Dies musste natürlich neben unserer üblichen Routine passieren. Ohne meine Kolleginnen, die mir den Rücken frei gehalten haben, hätte ich den ELISA-Test außer der Reihe nicht durchführen können”, erklärte sie.

245 Mitarbeitende unseres Krankenhauses ließen sich bisher testen (weitere Termine folgen). Auf der Intensivstation wurden 2 COVID-19 Patienten über viele Wochen beatmet. Die gute Nachricht ist, dass sich dort nachweislich kein Mitarbeiter angesteckt hat. Auf der Isolierstation war ein Test von 29 Mitarbeitern letztlich positiv, ohne dass es zu eine schweren Erkrankung oder einer hausinternen Übertragung kam. Bei 4 weiteren positiven Testungen gehen wir eher davon aus bzw. ergeben sich klare Hinweise, dass die Infektion außerhalb erworben wurde. Diese Mitarbeitenden wurden bereits in der Akutphase getestet und befanden sich während der Ansteckungsgefahr in häuslicher Quarantäne.

Dr. Markus Freistühler, unser Chefarzt der Klinik für Innere Medizin freut sich: „Die positive Nachricht, die wir aus den Ergebnissen ableiten ist, dass wir nun ganz offiziell bestätigen können, dass unsere umfangreichen Hygienemaßnahmen erfolgreich sind. Die Kombination aus vermehrter Flächendesinfektion, Händedesinfektion und persönlicher Schutzausrüstung haben unsere Mitarbeitenden auch bei regelmäßigem Kontakt mit positiv-befundeten Patienten nahezu vollständig vor einer Infektion geschützt.“

In unseren beiden Seniorenheimen war bisher keiner der gut 110 getesteten Mitarbeitenden mit dem neuartigen Virus infiziert. Hier waren alle Tests negativ.

„Mit insgesamt 2 % positiven Tests liegt die Mitarbeiterschaft des Krankenhauses auf dem allgemeinen Durchseuchungsniveau, welches wir in einer Region mit geringer Dynamik erwarten durften. Das Ergebnis von null Infektionen der getesteten Seniorenheimmitarbeitenden darf wohl als Glücksfall für die Bewohner bezeichnet werden“, so ordnet Dr. Freistühler die Testergebnisse ein.

Die Bilder zeigen Katharina Schuller während der Blutabnahme für den besagten Antikörpertest und die Leiterin des Labors, Petra Nimtz, bei der Durchführung. Im Namen aller Mitarbeiter sagen wir DANKE, für diesen Einsatz.