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Notfallpraxis im Ärztehaus

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St. Marien Krankenhaus
Werdener Straße 3
40878 Ratingen

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Schwerpunkte der Abt. Anästhesie & Intensivmedizin

Narkose

Wenn ein operativer Eingriff geplant ist, wird der Patient von einem Narkoseärztin/arzt über das mögliche Anästhesieverfahren informiert. Dieses Gespräch erfolgt entweder in unserer Prämedikationssprechstunde oder die/der Narkoseärztin/arzt sucht den Patienten vor der Operation auf der Station auf.

Ziel dieses Gespräches ist es, unter Berücksichtigung bestehender Vor- und Begleiterkrankungen und der Art der geplanten Operation das optimale Narkoseverfahren zu ermitteln und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.

Prinzipiell gibt es zwei Wege eine Anästhesie zu erzielen: die Vollnarkose, bei der das Bewusstsein vorübergehend ausgeschaltet wird und die Regionalanästhesie, bei der das Bewusstsein erhalten bleibt.

Während einer Vollnarkose ist der Patient bewusstlos und wird künstlich beatmet. Die dafür notwendigen modernsten Medikamente werden entweder als Gase (volatile Anästhesie) oder über eine Vene (intravenöse Anästhesie) zugeführt. Der Arzt und die Pflegekraft weichen während der Narkose nicht von Ihrer Seite.

Bei der Regionalanästhesie werden die entsprechenden Nervenbahnen entweder rückenmarksnah (Spinal- oder Periduralanästhesie) oder peripher (Leitungsanästhesie) durch ein lokal wirkendes Medikament vorübergehend blockiert.

Welches Verfahren oder welche Kombination aus beiden Verfahren für den Patienten in Frage kommt, wird individuell für jeden Patienten und jede Operation entschieden.

Nach der Operation erfolgt die kurzfristige Betreuung im Aufwachraum. Eltern können hier bereits wieder zu Ihren Kindern. Wenn der Patient völlig wach und stabil ist, erfolgt die Verlegung auf die Allgemeinstation.

Insgesamt führt die Abteilung jährlich circa 5000 Narkoseleistungen durch.

Alle Anästhesisten werden für Fort- und Weiterbildungen freigestellt und nehmen an der freiwilligen Zertifizierung der Ärztekammer Nordrhein teil. Des weiteren nimmt die Anästhesieabteilung an einem überregionalen Fortbildungsverbund (AINS Linker Niederrhein) teil.


Geburtshilfliche Anästhesie

Im Bereich der Geburtshilfe unterscheiden wir zwischen der geburtshilflichen Anästhesie und einer Anästhesie zur Kaiserschnitt-Entbindung (Sectio).

Bei der geburtshilflichen Anästhesie wird ein kleiner Katheter rückenmarksnah in den Periduralraum (PDA) gelegt. Über die Katheter werden niedrig konzentrierte Lokalanästhetika verabreicht, um zu bewirken, dass Sie schmerzfrei sind, Ihre Wehen aber noch spüren. Das bedeutet, dass Sie aktiv mitpressen können, und der Geburtsverlauf so eher beschleunigt als verlangsamt wird.
Zur Kaiserschnitt-Entbindung bieten wir neben der PDA die Spinalanästhesie (SPA) und in Ausnahmefällen auch die Vollnarkose an. Bei der PDA und der Spinalanästhesie sind Sie wach und können zusammen mit Ihrem Partner die Geburt aktiv „miterleben“. Bei der Vollnarkose ist dies nicht möglich.
Bei allen Schwangerschaften wird mit Ihnen im Vorfeld das Verfahren individuell im Rahmen der Prämedikationssprechstunde besprochen.


Schmerztherapie

Ein besonderes Anliegen unserer Abteilung ist es, den Patienten nach der Operation schmerzfrei zu halten.

Dieses Ziel versuchen wir durch einen hohen Anteil von Regionalanästhesien sowie insbesondere bei großen Operationen durch den Einsatz von Schmerzkathetern zu erreichen. Über diesen Katheter werden mittels einer kleinen Motorpumpe kontinuierlich Schmerzmittel zugeführt. Zusätzlich kann der Patient individuell einen Zusatzbolus abrufen. Diese Schmerzpumpen sind gut transportabel, so dass die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird.
Täglich werden die Schmerzpatienten von einem Anästhesisten besucht, um die Schmerzpumpe an ihre persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Dieser Schmerzdienst ist rund um die Uhr im Hause für alle medizinischen Abteilungen verfügbar


Intensivmedizin

Auf der interdisziplinären Intensivstation werden jährlich 800 Patienten aller medizinischen Fachabteilungen versorgt. Die Intensivstation steht unter organisatorischer Leitung der Abteilung. Die Anästhesisten betreuen die Patienten zusammen mit den chirurgischen und internistischen Kollegen. Schwerpunkte sind die Nachbehandlung von operativen Patienten nach großen, chirurgischen Eingriffen, vor allem bei Risikopatienten aus allen operativen Fachbereichen, die Behandlung Schwerstverletzter sowie die Diagnostik und Therapie des akuten Lungenversagens, der Sepsis und des Multiorganversagens.

Die intensivmedizinischen Maßnahmen umfassen neben intensiver Pflege und Schmerzbehandlung die umfangreiche Überwachung aller lebenswichtigen Funktionen (Bewusstseinszustand, Herz-Kreislauffunktion, Atmungsfunktion und Funktion der inneren Organe) sowie die Behandlung, Unterstützung oder sogar den zeitweisen Ersatz unzureichender oder versagender Organfunktionen.
In vielen Fällen müssen die Patienten zunächst beatmet werden und befinden sich dafür in einem künstlichen Schlafzustand.
Zu den modernen intensivmedizinischen Verfahren zählen:
Differenzierte Beatmung mit modernsten Beatmungsgeräten
Therapie mit vasoaktiven Substanzen über Infusionspumpen
Hämodynamisches Monitoring (z.B.:PICCO)
Differenzierte Antibiotikatherapie
Flüssigkeits- und Transfusionsmanagment
Parenterale und enterale Ernährung
Sonographie
Bronchoskopie
Erweiterte Labordiagnostik
Hamodialysetherapie in Zusammenarbeit mit der im Haus ansässigen Dialysepraxis
Frühmobilisation
Intrahospitaltransfer (CT, MRT)
Kinetische Therapie bei Beatmungspatienten


Notfallmedizin

Das Notarzteinsatzfahrzeug der Stadt Ratingen ist bei der Berufsfeuerwehr Ratingen stationiert.
Die Ärzte der Abteilung für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin stellen wechselweise mit den Kollegen der Medizinischen Klinik während der Regelarbeitszeit den Notarzt

Von den ärztlichen Mitarbeitern verfügt eine Mehrzahl über die Fachkunde Rettungsdienst und sind regelmäßig als Notärzte tätig.

Die Mitarbeiter der Abteilung stellen das hausinterne Reanimationsteam.


Transfusionstherapie

Die Anwendung von Fremdblutprodukten ist heute sehr viel sicherer geworden. Das Risiko, durch eine Transfusion eine Gelbsucht oder AIDS zu erleiden liegt bei circa 1:100.000 bis 1:1.000.000. Zusätzlich ist durch die Einführung moderner und schonender Operationsverfahren der Bedarf an Blutkonserven in unserem Hause kontinuierlich gesunken. Die Entscheidung zur Bluttransfusion erfolgt erst nach strengen Kriterien.

In enger Zusammenarbeit mit dem DRK-Blutspendedienst West in Breitscheid versorgen wir transfusionspflichtige Patienten nach den geforderten Sicherheitsstandards