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Notfallpraxis im Ärztehaus

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St. Marien Krankenhaus
Werdener Straße 3
40878 Ratingen

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Schwerpunkte der Allgemein- und Viszeralchirurgie

Minimal-Invasive Chirurgie

Wenn immer möglich wählen wir einen „kleinen Schnitt“ um Bauchoperationen in der minimal-invasiven Operation (Schlüsselloch-Chirurgie) durchzuführen.

Mithilfe dieser schonenden Technik führen wir die meisten Operationen im Bauchraum durch. Dabei wird auf einen großen Schnitt der Bauchdecke verzichtet und über kleinste Operationshülsen eine Videooptik und ein Instrument durch die Bauchdecke geführt.

Der Vorteile sind eine schnellere Genesung und weniger Komplikationen, was zu einer wesentlichen Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes führt. In unserem chirurgischen Team verfügt jeder Operateur über jahrelange Erfahrung in dieser Technik.

An diesen Erkrankungen wird die minimal-invasive Chirurgie durchgeführt: 

  • Gallensteinerkrankungen
  • Blinddarmentzündung
  • Leistenbruch
  • Narbenbruch
  • Zwerchfellbruch
  • Dick- und Dünndarmerkrankungen
  • Mast- und Enddarmerkrankungen
  • Refluxerkrankungen
  • Magenerkrankungen
  • Leber- und Milzerkrankungen
  • Verwachsungen der Bauchhöle

Onkologische Chirurgie

Menschen, die an einer bösartigen onkologischen Erkrankung leiden, werden vor einer Operation von einem Team von Spezialisten betreut, das sich in besonderem Maße der Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen widmet. Dieses Team trifft sich wöchentlich zur Ratinger Tumorkonferenz, bei der sich der geballte medizinische Sachverstand versammelt, um Fachübergreifend von der Diagnose bis zur Op und/oder Chemotherapie bis hin zur Strahlenbehandlung alle Heilungoptionen im Sinne des Patienten auszuschöpfen. 

Immer steht im Vordergrund, für den einzelnen Patienten den besten Therapieweg zu gehen um damit die Chance auf Heilung zu maximieren.

Dabei steht den Patienten ein Team von Ärzten der Chirurgie, Gastroenterologie, diagnostischen Radiologie, internistischen Onkologie, Strahlentherapeut, Ernährungsberater, Stomatherapeut, Sozialarbeiter und Seelsorger zur Verfügung. Nach der Entlassung führen wir in Absprache mit den niedergelassenen Haus- und Fachärzten eine individuelle Nachsorge durch.

Folgende bösartige Erkrankungen werden nach modernsten Gesichtspunkten der Tumorchirurgie behandelt:
Darmkrebs: Besondere Erfahrung haben wir in der operativen Behandlung von Dickdarm- und Mastdarmkrebs. Durch modernste OP-Verfahren können wir bei Mastdarmkrebs den Schließmuskel oft schonen und so einen künstlichen Darmausgang vermeiden.

Die Tumorchirurgie umfasst weiter Eingriffe an folgenden Bereichen des Körpers:

  • Verdauungstrakt
  • Untere Speiseröhre
  • Magen
  • Dünn- und Dickdarm
  • Bauchspeicheldrüse
  • Gallenwege
  • Leber
  • Schilddrüse
  • Weichteile

Auch bei Portimplantationen steht Ihnen unsere Onkologische Chirurgie zur Verfügung.


Koloproktologische Chirurgie

Sämtliche After- und Enddarmerkrankungen und funktionelle Erkrankungen wie Inkontinenz, Stuhlentleerungsstörungen und Enddarmvorfälle werden in unserer Spezialsprechstunde untersucht und bei Bedarf eine geeignete Therapie/Operation vorgeschlagen.

Viele Operationen am Enddarm werden ambulant durchgeführt.
Neben den häufigen Diagnosen wie Hämorrhoiden, Analfisteln, Entzündungen, Stuhlhalteschwächen, Analfissuren werden auch komplexe proktologische Krankheitsbilder wie Stuhlentleerungsstörungen (ODS), Rektocelen, proktologische Komplikationen bei chronisch entzündlichen Darmerkrankung untersucht und behandelt. Dabei stehen Kooperationspartner aus der Gynäkologie, Radiologie, Selbsthilfegruppen etc. zur Verfügung.

Bei Bedarf wird in der Chirurgischen Endoskopie eine komplette Darmspiegelung geplant.


Eine koloproktologische Behandlung kann für Sie notwendig sein, bei:

  • Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn & Colitis ulcerosa)
  • Darm- und Mastdarmkrebs
  • Hämorrhoiden
  • Ananabzessen
  • Analfisteln
  • Anal-/Rektumprolaps
  • Defäktionsstörungen

Chirurgische Endoskopie

Magen- und Darmspiegelungen führen wir täglich ambulant und stationär durch.
Für ambulante Endoskopien (Gastroskopie/Koloskopie) benötigen gesetzlich versicherte Patienten einen gelben Überweisungsschein für die Chirurgie.
In einem ausführlichen Vorgespräch werden die Vorbereitungen genau besprochen und für die Koloskopie Abführmittel mitgegeben.

Eine Anmeldung erfolgt direkt in der Endoskopie unter 02102-851-4108


Hernienchirurgie

Die kurzstationäre Behandlung von Leisten-, Schenkel-, Nabel- und Narbenhernien erfolgt bei uns nach den modernsten Techniken. Das heißt, in der Regel minimalinvasiv mittels spannungsfreier Netzverstärkung. Dadurch erreichen wir eine sofortige Stabilität der betroffenen Stelle bei gleichzeitig geringsten Beschwerden.


Schilddrüsenchirurgie

Die Behandlung von gut- und bösartigen Schilddrüsenerkrankungen erfolgt bei uns unter Beachtung eines optimalen kosmetischen Ergebnisses. Die Schonung der Stimmbandnerven erfolgt durch ein spezielles Neuromonitoring.


Weichteilsarkome

Kurzübersicht:

Das Weichteilsarkom ist eine bösartige (maligne) Krebserkrankung der Weichteilgewebe. Zu den Weichteilen zählen verschiedene Körpergewebe, z.B. das Muskel-, Fett- oder Sehnengewebe. Die Ursache der Krankheit ist unklar, es handelt sich aber um eine seltene Erkrankung, die nur 1% aller malignen Tumore im Erwachsenenalter ausmacht (Im Kindesalter sind es 10 - 15 % aller bösartigen Krebserkrankungen).

Die Geschwulste treten zum Hauptteil an den Extremitäten auf (50%). Im Kopf- und Nackenbereich sind 10% der Sarkome ansässig, am Körperstamm ca. 40%.

Weichteilsarkome werden, wie die gutartigen (benignen) Tumoren des Weichteilgewebes als schmerzlose Raumforderung manifest. Die Unterscheidung zwischen benignen und malignen Formen ist nur mit Hilfe einer Gewebeprobe möglich. Daher muss jeder Weichteiltumor, der nicht durch eine Verletzung entstanden ist oder länger als sechs Wochen nach einer Verletzung persistiert einer Gewebeuntersuchung zugänglich gemacht werden.

Wird der Verdacht auf ein Weichteilsarkom ausgesprochen, so wird der behandelnde Arzt in der Krankheitsgeschichte nach erblichen Belastungen fahnden und eine körperliche Untersuchung durchführen. Die weiteren Untersuchungen umfassen zumeist eine Ultraschalluntersuchung und die Anfertigung von Schichtröntgenaufnahmen (Computer-tomographie CT und Magnetresonanztomographie NMR/ MRT).

Bereits die Entnahme für die feingewebliche (histologische) Untersuchung muss von einem auf dem Gebiet erfahrenen Chirurgen vorgenommen werden. Es stehen hierbei mehrere Verfahren zur Verfügung, die von der Lokalisation und Größe des Tumors bestimmt werden. Generell ist die sogenannte Inzisionsbiopsie das Verfahren der Wahl.

Das entnommene Gewebe wird dem Pathologen zur histologischen Untersuchung zugeführt. Dieser bestimmt die Art des Gewebes, den sogenannten histologischen Tumortyp und nimmt eine Einteilung des Tumorgewebes nach der Schwere der Entartung (Grading) vor. Hierbei werden vier Schweregrade G 1-4 differenziert.

Insbesondere aufgrund der körperlichen Untersuchung und der radiologischen Diagnostik wird der Tumor zusätzlich nach einem sog. TNM Schema klassifiziert: Hier finden Größe und Lage des Tumors, eine mögliche Lymphknotenbeteiligung oder Fernmetastasierung einen Einfluss.

Zusammenfassend aus beiden Klassifikationen, dem histopathologischem Grading und dem TNM– Schema wird der Tumor sodann in ein Stadium I- IV eingeteilt, aus welchem heraus sich die Entscheidung über die weitere Therapie ergibt.

Als Therapieoptionen stehen in erster Linie die chirurgische Therapie, desweiteren die Strahlentherapie (Radiatio) sowie die medikamentöse Tumorbehandlung (Chemotherapie) zur Verfügung.

Der operative Eingriff muss von einem in der Tumortherapie erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden. Es ist hierbei wichtig bestimmte Sicherheitsabstände zu wahren und Gewebegrenzen beachten. Die Operation ist bei kleinen, gering entarteten Tumoren (Stadium I) als alleinige Therapie ausreichend. Die meisten Patienten hingegen werden einer begleitenden (adjuvanten) Strahlen- und/oder Chemotherapie zugeführt.

Die Radiatio ist besonders effektiv bei G 3-Tumoren und bei Tumoren die nicht ganz vollständig entfernt werden konnten und geht mit einer signifikant geringeren Wiederkehrrate des Lokaltumors einher. Sie kann darüber hinaus auch bei Patienten als alleinige Therapie effektiv sein, die eine Operation ablehnen oder diese nicht tolerieren können. Eine vor der Operation durchgeführte (präoperative) Radiatio kann u.U. zur Tumorverkleinerung und damit Besserung der Operationsbedingungen eingesetzt werden.

Als weiterer Therapiebestandteil steht die Chemotherapie zur Verfügung. Weichteilsarkome sprechen im allgemeinen nur mäßig- bis mittelgradig auf Medikamente an. Allerdings sind deutliche Unterschiede bezüglich des Ansprechens auf eine Chemotherapie in Abhängigkeit vom histologischen Tumortyp festzustellen. Die Chemotherapie findet Anwendung als palliative (Behandlung zur Verbesserung von Lebensqualität und Überlebensrate) Chemotherapie, adjuvante (die Operation begleitende) Chemotherapie oder neoadjuvante (vor der Operation durchgeführte) Chemotherapie.

a) palliative Chemotherapie: Die Ansprechraten des Tumors liegen zwischen 25% und 30%, unter Anwendung von dosisintensivierten Therapieschemata, die entsprechend nebenwirkungsreicher sind und die Gabe von Wachstumsfaktoren erfordern, sind Ansprechraten von bis zu 46 % beschrieben.

b) adjuvante Chemotherapie: Diese wird eingesetzt, um residuale Tumorzellen zu eliminieren und eine Fernmetastasierung zu verhindern. Allgemein wird angenommen, dass z.B. bei Patienten mit G 3-Weichteilsarkomen über eine mittlere Beobachtungszeit von 5 Jahren eine Steigerung des krankheitsfreien Überlebens um 15 % und des Gesamtüberlebens um 10 % erreicht werden kann. In der Regel wird unter Berücksichtigung von Alter und Krankheitsgeschichte ab Stadium IIb eine adjuvante Chemotherapie angeboten.

c) neoadjuvante Chemotherapie: Die präoperative medikamentöse Behandlung wird selten und überwiegend bei großen Extremitätensarkomen mit dem Ziel der Tumorreduktion vor einem operativen Eingriff durchgeführt.

Das Lokalrezidiv ist die erste Re-Manifestation des Tumors und wird bei ca. 10-20% aller Patienten nach erfolgreicher Primärtherapie gesehen Es stellt, wie ein Primärtumor, nahezu immer eine Operationsindikation dar.

Bei ca. 10% aller Patienten sind Tumorabsiedelungen (Metastasen) schon bei der Initialdiagnose präsent. Über 70% dieser Tochtergeschwüre treten in der Lunge auf. Bei G1-Tumoren sollten die seltenen Lungenmetastasen sofort reseziert werden. So ist eine aggressive Resektion von einzelnen oder multiplen Lungenmetastasen bei ca. einem Viertel der Patienten mit einer dauerhaften Heilung verbunden. Patienten mit nicht operablen oder multiplen Lungenmetastasen werden üblicherweise mit Chemotherapie behandelt.

Die Patienten müssen nach erfolgreicher Primärtherapie weiterhin engmaschig kontrolliert werden. Üblich ist in den ersten zwei Jahren eine vierteljährliche Wiedervorstellung in der behandelnden Klinik.

Verschiedene Faktoren haben einen Einfluss auf die Überlebensrate der Patienten. Der klinisch relevanteste prognostische Faktor ist das Grading. In Abhängigkeit vom Grading kann eine 5-Jahres-Überlebensrate bei G1-Tumoren von 80 bis 95 %, bei G2-Tumoren von 50 bis 70 % und bei G3-Tumoren von 20 bis 40 % angenommen werden.

Eine genauere Darstellung der hier angesprochenen Themen findet sich in der folgenden Übersicht. Zu Fragen stehen Ihnen die u.a. Klinikmitarbeiter zur Verfügung.

 

Hier finden Sie eine ausfühliche Information zum Thema Weichteilsarkome